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Wir müssen verstehen, dass der Tod ein Aspekt unseres Lebens ist. Es gibt kein Leben ohne Tod. Gewöhnliche Menschen verstehen nur die offensichtliche Ebene des Todes. Das bedeutet, dass sie glauben, dass es nur einen Tod gibt, und dass er das Leben beendet. 

Aber wenn wir Verständnis auf einer etwas tieferen Ebene entwickeln, dann gibt es jeden Tag ein Sterben. Wir sterben in jedem Augenblick. Aber Sterben ist hier kein wirklich gutes Wort, es nicht das akkurate Wort dafür. Es ist kein wirkliches Sterben, es ist ein Transformieren. Eine Transformation.

Das ganze Leben ist ein Teil einer Transformation, und wir betrachten den Tod für gewöhnlich auch als große Transformation. Diese Transformation ist eine wirklich wichtige Transformation, sie ist von absoluter Wichtigkeit, und sie ist eine großartige Chance. Wenn wir das verstehen, haben wir keine Angst vor dem Tod.

Der Tod ist nicht das Problem. Das Problem ist die Angst vor dem Tod und die Anhaftung, dieses Nicht-Loslassen-Können von dem, was wir Leben nennen. Wir können diese Transformation nicht annehmen, das ist das Problem. Wir müssen den Tod aber als unglaubliches Training für uns selbst betrachten, bei dem wir gezwungen sind, uns von etwas zu lösen, an das wir eine sehr starke Anhaftung haben. Wir sind gezwungen etwas loszulassen, das wir nicht loslassen können. Deswegen ist es so ein wichtiger Teil. Diese Transformation anzunehmen und geschehen zu lassen ist eine unglaubliche Gelegenheit. Es ist wirklich wichtig, diese Transformation glücklich anzunehmen.

Normalerweise versuchen die Menschen, beim Tod zu trösten: “Oh, mache dir keine Sorgen, jemand wird dir helfen. Gott hilft dir. Buddha hilft dir.” Oder manche Menschen stecken den Sterbenden ein wenig Geld in den Mund, damit sie auf ihrer Reise etwas zum Ausgeben haben. Diese Dinge geben ein wenig Trost. Ein wenig Trost. Der beste, der allerbeste Trost ist aber die Wirklichkeit. Das Verstehen dieser Transformation. Diese Transformation ist ganz und gar nicht schlecht. Es ist eine wirklich gute Transformation. Wenn wir also diese Transformation als die Natur verstehen. Dass sie eine naturgegebene Tatsache, ein Teil des Lebens ist. Dass sie nicht davon getrennt ist.  

Das bedeutet, dass wir in jedem Augenblick sterben. Aber in jedem Augenblick verstehen wir das nicht, denn unser Geist ist so grob. Wir haben Anhaftung an grobe Dinge, an offenkundige Dinge. Deswegen ist unser Geist auf einer sehr groben Ebene. Und genau deshalb brauchen wir Meditation und müssen wir unseren Geist trainieren. Diejenigen, die ihren Geist nicht trainiert haben, verstehen es nicht. Und jeden Tag schlafen wir, und das heißt, wir haben einen kleinen Tod. All unser Träumen entspricht dem Bardo. Wenn wir das verstehen, dann haben wir ein bisschen ein Verständnis. Aber wir verstehen noch immer nicht wirklich, weil wir unseren Geist nicht trainiert haben, weil wir daraus keine Gewohnheit gemacht haben, und weil wir diesbezüglich nicht achtsam, aufmerksam und gewissenhaft sind. Weil wir das nicht getan haben, verstehen wir nicht. Wenn wir es aber verstehen, dann wird aus diesem Verständnis heraus der sogenannte große Tod ein umso besserer. Warum? Denn er ist eine große Auflösung, eine große Auflösung und wahrhafte Gelegenheit, uns mit unserer ultimativen Natur, mit unserer Buddha-Natur wieder zu verbinden. Deswegen ist er so wichtig. Du nimmst diese Transformation also einfach an und bist sogar glücklich darüber, in Erwartung deiner Buddha-Natur.

Das Beste, was man erreichen kann, ist die Wiederverbindung, die volle Erleuchtung, Buddhaschaft. Oder du reist in ein reines Buddhaland, wirst wiedergeboren in einem reinen Buddhaland. Oder zumindest wirst du im reinen Land von Shambhala sein. Warum? Denn wenn du auf diese Weise trainierst, dich darin übst, die Natur zu akzeptieren, die naturgegebenen Tatsachen, und du diese naturgegebenen Tatsachen verstehst, wenn du verstehst, dass dies übereinstimmt mit der universellen Transformation, dann führt das nach Shambhala, in den Daseinsbereich von Shambhala, in den reinen Daseinsbereich von Shambhala. Und wenn du im reinen Daseinsbereich von Shambhala bist, wirst du sehen, wie töricht es ist, wie wir hier leben, wie wir die Erde zerstören und das alles. Das sieht man dann. Und zu diesem Zeitpunkt hast du die Inspiration, zurückzukommen und zu helfen. Das bedeutet, dass du dich manifestierst, um zu helfen. Und dann hast du viel bessere Fähigkeiten. Du bist dann also nicht nur eine*r, du lebst in Shambhala aber manifestierst dich in vielen anderen Formen, um hierher zu kommen und hier zu helfen. Das bedeutet, dass dein Tod eine Transformation zu etwas Besserem ist. Du wirst hierher zurückkommen und hier törichten Menschen helfen, die auf Grund von Unwissenheit, und weil sie die Natur, die Transformation, nicht verstehen, törichte Dinge tun. Aber du wirst helfen. 

Das bedeutet, du sollst nicht engstirnig denken. Sei nicht engstirnig, indem du denkst: „Oh, ich verliere mein Leben. Ich weiß nicht, wohin ich jetzt gehe.“ So sollst du nicht denken. Sondern lasse einfach los, nimm diese natürliche Entwicklung an. Dir geht es besser als jenen, die hier leben, denn du gehst zuerst durch diese große Transformation, vor ihnen. Das bedeutet, dass du ein*e Befreier*in sein wirst und nicht, dass du etwas verlierst. Okay? Du wirst ein*e Befreier*in sein. Sei also einfach glücklich und nimm es an. Du rufst nicht die Buddhas oder Bodhisattvas oder sonst jemanden, an den du glaubst. Du brauchst sie nicht zu rufen. Sie werden ohnehin bei dir sein. Denn wenn sie einen allwissenden Geist haben, wenn sie bedingungslose Liebe und Mitgefühl haben, dann sind sie ohnehin bei dir wann immer du sie brauchst. Was auch immer du getan hast, sie werden dir verzeihen. Also mache dir wegen nichts Sorgen. Das Beste ist, es einfach anzunehmen, mit einem friedvollen konzentrierten Geist zu gehen und glücklich zu sein, und diese natürliche Entwicklung anzunehmen. Das ist es. Das ist das Beste. Du kannst alles tun, was du gerne möchtest. Aber das ist die beste Lösung. Es ist also gar kein Problem. 

Also bitte verstehe das.
Bitte verstehe das. Okay?

Ich bete immer für dich, und ich werde dich dort sehen, und ich kann dich definitiv führen, kein Problem. 

© Copyright 2017 Shar Khentrul Jamphel Lodrö