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OM SWASTI.

Hallo alle lieben Dharma-Freundinnen und Freunde. Genießt ihr es, den wahren Dharma zu praktizieren? Verschiebt Ihr Euren Fokus auf den Dharma? Erinnert euch, letztes Mal habe ich gesagt, dass das Wichtigste sei, den Fokus auf die richtige Weise und nicht auf die falsche Weise zu verschieben. Und die aktuelle Gelegenheit richtig gut zu nutzen. Der einzige Unterschied zwischen weise und unklug ist, ob man die Gelegenheit gut nutzt oder nicht, und wie bald man die Gelegenheit nutzt. Derzeit haben wir die perfekte Gelegenheit, den Fokus nach innen zu verschieben und für großartige Reflektion zu nutzen. Die aktuellen ungewöhnlichen Umstände geben uns die Gelegenheit zu einer ungewöhnlichen Fokusverschiebung nach innen, zu tieferem Fokus. Erinnert ihr euch?

Denn wir werden gerade gezwungen, nicht unseren gewöhnlichen äußeren Aktivitäten nachzugehen. Diesen typischen Aktivitäten, die wir seit vielen Jahrhunderten wiederholen und wiederholen, immer und immer wieder, selbst wenn sie bedeutungslos sind. Niemand findet in diesen Aktivitäten wirkliche Sinnhaftigkeit, aber dennoch haben wir damit immer weiter gemacht. Erinnert ihr euch? Zurzeit verlagert sich der Fokus weg von diesen Aktivitäten. Aber für die meisten Leute verlagert sich der Fokus jetzt auf das Virus und auf Angst und Sorgen und Furcht.

Aber wir sind Dharma-Praktizierende, also sollten wir uns auf das Gegenteil fokussieren. Auf die wahre Chance, die sich uns dadurch bietet. Erinnert ihr euch? Über diese Dinge habe ich beim letzten Mal sehr viel gesprochen, daher spreche ich heute nicht zu viel darüber. Denkt aber daran, dass es Faulheit ist, wenn wir zwar nicht viele Aktivitäten draußen haben, stattdessen aber den Fokus aufs Internet und nutzloses Chatten und die vielen Ablenkungen im Internet verschieben. Denkt daran. Das ist jene Form der Faulheit, bei der man „beschäftigt“ ist, aber dennoch ist es Faulheit. So verschwendet man seine Zeit. Das ist dann wieder ein Hindernis für wirkliche Dharma-Praxis. Wirkliche Dharma-Praxis zeichnet sich dadurch aus, dass sie nicht deine Aufgabe und auch nicht deine Verpflichtung ist, sondern, dass sie eine wirkliche Verbesserung und eine wirkliche Stärkung für dich selbst ist. Eine wirkliche Entwicklung hin zu deiner wahren Erleuchtungsnatur. Das ist sehr wichtig.

Und heute werde ich genauer ausführen, was Shambhala wirklich ist. Und was 

eine Shambhala-Kriegerin oder ein Shambhala-Krieger ist. Was Kriegerin bzw. Krieger eigentlich bedeutet. Über diese Dinge werde ich sprechen. Ich werde auch darüber sprechen, was das Kalachakra-Tantra so besonders und überragend macht. Und darüber, wie wir mit diesem Virus und den daraus resultierenden mentalen Problemen der Menschen umgehen können. 

Das Problem ist nicht nur das Virus. Das größere Problem sind die mentalen Probleme. Wie können wir mit dieser aktuellen Situation nun am besten umgehen? Dafür brauchen wir nicht viel Geld, dafür müssen wir nicht hinausgehen können, und dafür müssen wir auch nichts Neues finden. Wir müssen dafür nur das erkennen, was wir bereits haben. Und wir müssen erkennen, wie wir uns mit dem, was wir bereits haben, gut auseinandersetzen und daraus gute Gewohnheiten schaffen können. In anderen Worten bedeutet das, dass wir als erstes Shambhala verstehen müssen. Shambhala hat viele Ebenen. Shambhala bedeutet Reinheit, und Shambhala bedeutet die Quelle allen Glücks, aller Freude und aller Glückseligkeit. Das ist die Bedeutung von Shambhala. Und alle diese Ebenen haben wir bereits in uns. Und wir haben sie auch bereits auf dieser Erde. Auf vielerlei Weise sind wir bereits und ist diese Erde bereits Shambhala.

Aber normalerweise macht unsere traditionelle Sichtweise alles eng, wir machen alles klein, wir machen alles schwierig. Warum? Weil wir einen sehr eingeschränkten und unflexiblen Geist haben. Deshalb verstehen wir Shambhala nicht. Deshalb haben wir so viele Probleme. Aber diese Probleme haben wir selbst geschaffen. Sobald wir das erkennen, wissen wir auch, wie wir damit aufhören können, Probleme zu schaffen. Das ist unser Thema heute. 

Ganz einfach und kurz gesagt: Das ultimative Shambhala, das absolute Shambhala, ist deine eigene wahre Natur. Das ist eine Ebene von Shambhala. Wenn man diese Ebene noch nicht versteht, was ist Shambhala dann? All das göttliche, reine Land. Du denkst vielleicht, dieses sei zu weit weg von uns, aber tatsächlich ist es uns sehr nah. Wenn man Shambhala aus einer noch engeren Sichtweise betrachtet, was ist es dann? Etwas Ähnliches wie das reine Land von Amithaba, das reine Land von Akshobhya, und so weiter. Und wenn es uns immer noch schwerfällt, das zu verstehen, was ist Shambhala dann? Dann betrachten wir es aus einer noch engeren geistigen Sichtweise, und dann ist Shambhala irgendwo auf unserer Erde. Warum ist Shambhala dann irgendwo auf unserer Erde? Weil wir noch nicht verstehen, dass die ganze Welt Shambhala ist. Der Grund, warum wir noch nicht alle Ebenen verstehen, ist, dass wir eine eingeschränkte geistige Sichtweise haben. Und dann fällt es uns leichter, uns Shambhala als einen Ort auf unserer Erde vorzustellen. Aber selbst diese einfachere Betrachtungsweise hilft uns schon sehr. Aus diesem Grund erklären es auch die alten Texte auf diese Weise.

Die übliche Erklärung von Shambhala als Ort auf dieser Erde entspricht dem Versuch von Eltern, ihrem zweijährigen Kind schwierige Sachverhalte nicht hundertprozentig exakt, sondern auf simple und vereinfachte Weise zu erklären. Warum ist diese Erklärung von Shambhala aber dennoch sehr wichtig? Weil diese anfängliche Erklärungsebene von Shambhala uns Menschen näher ist als die Beschreibungen von einem reinen/göttlichen Land/Bereich der anderen Religionen oder auch anderer buddhistischer Traditionen, denn diese anderen Beschreibungen sind weniger umfassend, weniger leicht anwendbar und weniger konkret. Sie sind für uns schwerer zu hinterfragen und dadurch weniger zugänglich.

Shambhala ist anders. Shambhala wird im Kalachakra-Tantra sehr umfassend erklärt. Und von wem stammt diese Erklärung? Vom ersten Shambhala-Dharma-König Suchandra und von Buddha Shakyamuni. Sie wird in Form einer Diskussion und anhand von Fragen und Antworten zwischen diesen beiden gegeben. Aus diesem Grund ist die Erklärung von Shambhala viel klarer als die anderen Erklärungen. Das ist der eine Punkt. Der andere Punkt ist, dass sie uns Menschen viel näher und für uns viel praktikabler ist, da das reine Land von Shambhala und die Mission des reinen Landes von Shambhala sich nur darauf beziehen, wie man unsere Erde, unsere Welt und unsere Menschheit transformieren kann. Verglichen mit Shambhala, beschreiben alle anderen buddhistischen Traditionen und anderen Religionen in ihren Erklärungen zu den reinen Bereichen diese Transformation nur sehr wenig. Deshalb ist Shambhala für uns die praktikabelste Ebene, jene Ebene, zu der wir die meiste Verbindung haben; die wichtigste Ebene für diese Erde, für die Menschheit, für uns.

Wenn dies also der Fall ist, wie können wir dann eine großartige Verbindung zu Shambhala herstellen? Der beste Weg ist das Kalachakra-Tantra. Das Studieren und Praktizieren des Kalachakra-Tantras. Dies ist die beste Verbindung. Warum? Die Antwort darauf ist sehr, sehr klar und sehr einfach. Weil Buddha das Kalachakra-Tanta für den Shambhala-König Suchandra lehrte. Für die Shambhala-Dharma-Könige, das heißt für Bodhisattvas. Die Shambhala-Dharma-Könige und -Königinnen sind Bodhisattvas. Eine andere Möglichkeit, wie man Shambhala-Dharma-Könige bezeichnen kann, ist als universelle Monarchen. Es gibt keinen universellen Monarchen außer die Shambhala-Dharma-Könige. Wenn du von irgendwo anders etwas über einen universellen Monarchen weißt, dann erzähle mir bitte davon. Aber es gibt keine anderen als die Shambhala-Dharma-Könige und -Königinnen.

Der Shambhala-Monarch ist der universelle Monarch. Was ist damit gemeint? Universelle Monarchen haben die Macht, das gesamte Universum zu regieren. Mit „regieren“ ist hier aber nicht die übliche samsarische Weise des Regierens eines Königs oder einer Königin bzw. eines Monarchen oder einer Monarchin gemeint. Sondern gemeint ist hier die Befreiung aller fühlenden Wesen, insbesondere zuerst die Befreiung der Menschheit.

Die Menschheit wird zuerst befreit. Das ist die Shambhala-Mission. Wer hat das gesagt? Es war nicht ich, der das gesagt hat. Es war Buddha Shakyamuni, der das im Kalachakra-Tantra gesagt hat, im Zuge einer Diskussion mit dem Shambhala-Dharma-König Suchandra. Es ist die Mission von Shambhala, die sich nicht im Gleichgewicht befindende Menschheit und unsere unausgeglichene Welt zu befreien und zu transformieren. Das ist die Mission von Shambhala.

Was können wir also tun, was sollen wir tun? Wir müssen versuchen, genau das verstehen. Oder, wenn wir es noch nicht wirklich verstehen, dann müssen wir es glauben. Dann müssen wir Buddha glauben, dem Dharma-König glauben. Warum? Weil dies der erste Schritt ist, um jene Bedingungen zu schaffen, die unsere Welt transformieren können, die unsere Welt befreien können. Deshalb müssen wir ihnen glauben.

Und was sollen wir als zweiten Schritt machen? Wir sollten das praktizieren, was Shambhala praktiziert. Vielleicht ist es uns nicht möglich, zu 100% wie Shambhala zu praktizieren, aber wir müssen etwas Ähnliches praktizieren. Und was ist eine ähnliche Praxis? Liebe und Mitgefühl zu praktizieren ist eine ähnliche Praxis. Wenn ich Liebe und Mitgefühl sage, denkst du vielleicht: „Oh, das ist nichts Besonderes. Jede Tradition des Buddhismus spricht darüber. Und andere Religionen sprechen auch manchmal von Liebe und Mitgefühl. Das ist nichts Besonderes. Nichts Neues.“ Vielleicht denkst du das. Aber tatsächlich ist es etwas Neues. Es ist etwas Besonderes. Warum? Weil die Leute normalerweise nicht verstehen, was Liebe und Mitgefühl wirklich sind. Es gibt diesbezüglich ein Missverständnis.

Es gibt ein universelles Missverständnis in Bezug auf Liebe und Mitgefühl. Warum? Wieder weil wir eine enge und unflexible Geisteshaltung und weil wir schlechte Gewohnheitsmuster haben. Deshalb verstehen wir Liebe und Mitgefühl nicht richtig. Und inwiefern verstehen wir Liebe und Mitgefühl nicht richtig? Wenn Menschen normalerweise über Liebe sprechen, meinen sie damit eigentlich Anhaftung. Die Natur der Anhaftung ist Begehren, und genau das verstehen die Leute unter Liebe. Begehren und Besitzgier. Die Leute glauben, Liebe bedeute: „Oh, ich liebe das wirklich. Ich will das wirklich.” Nur das verstehen sie unter Liebe. 

Wenn man über Mitgefühl spricht, gibt es da wieder ein Missverständnis. Die Leute denken, Mitgefühl sei: „Oh, es ist so traurig, dass andere Menschen leiden. Wir haben dieses Problem mit dem Coronavirus, und die meisten alten Menschen sterben daran. Ich bin sehr traurig.“ Die Leute denken, das sei Mitgefühl. Diese Form von Liebe und Mitgefühl ist besser als nichts. Sie ist jedenfalls besser, als ganz gefühllos zu sein. Man ist dann zumindest ausreichend sensibel, dass man das Leiden anderer Menschen wahrnimmt. Das ist besser als gar kein Mitgefühl und gar keine Liebe. Wir können das daher als Startpunkt sehen, aber echte Liebe und Mitgefühl ist das nicht.

Versteht ihr das? Bitte hört aufmerksam zu. In der Liebe geht es also nicht darum, dass du etwas willst. Es geht darum, dass du Freude hast. Dass du genießt. Wenn du liebst, genießt du. Liebe bedeutet nicht, etwas besitzen zu wollen. Liebe bedeutet nicht, dass du nicht ohne jemanden oder ohne etwas sein kannst. Das ist nicht Liebe. Zu lieben bedeutet, Freude zu haben und zu genießen. 

Wenn du viele Dinge genießen kannst, hast du viel Liebe. Wenn du nur sehr weniges genießen kannst, bedeutet dies, dass du sehr wenig Liebe hast. Bitte versuche, das zu verstehen. Und bei Mitgefühl geht es nicht darum, traurig zu sein und Selbstmitleid oder Mitleid mit anderen zu haben. Es geht um echte Fürsorge und darum, keine Angst zu haben, gar keine Angst. Mitgefühl ist das Gegenteil von Angst. Unglaubliche Entschlossenheit und Enthusiasmus und gleichzeitig gar keine Angst – das ist Mitgefühl. Verstehst du? Du tust alles gerne, und hast vor nichts Angst, es zu tun. Zusammen ist dies die perfekte Vereinigung von Liebe und Mitgefühl. Wer will das nicht? Jede/r will das, und definitiv braucht jede/r das. Und alle haben dieses Potenzial bereits in sich.

Ihr müsst nur versuchen, die schlechten Gewohnheitsmuster abzulegen. Wenn ihr das tut, seid ihr Krieger und Kriegerinnen. Dann seid ihr Helden und Heldinnen. Das bedeutet es, ein/e Krieger/in zu sein. Das bedeutet es, ein/e Shambhala-Krieger/in zu sein. Alle Shambhala-Könige und -Königinnen und alle Shambhala-Leute sind Krieger und Kriegerinnen. Das bedeutet es, ein Bodhisattva zu sein. Das bedeutet es, ein echter Bodhisattva zu sein. Wenn man ein echter Bodhisattva ist, weint man nicht und ist nicht traurig. Zu weinen und traurig zu sein schwächt den Geist. Es ist ein Startpunkt, ja. Denn wenn jemand selbst ob des Leidens anderer nicht weinen kann, weil er oder sie ein abgestumpftes Herz hat, dann ist das nicht gut. Aber wenn du über das hinausgehst, dann weinst du nicht. Dann bist du nicht traurig. Warum? Weil es dann nichts Neues für dich ist. Es verändert dann nichts in deinem Geist. Dann weißt du bereits, dass dies die Natur des Leidens ist. Aber das Gute ist, dass du dann keine Angst und keine Furcht mehr davor hast, dieses Leiden zu transformieren. 

Die Leute denken normalerweise: „Ein/e Befreier/in aller fühlenden Wesen? Ich allein? Das klingt lächerlich. Unmöglich.“ Alle haben sehr damit zu kämpfen, das eigene Leben zu organisieren. Wie soll man da alle fühlenden Wesen befreien können? Es ist schon so schwierig, es einer einzigen Person recht zu machen. Wie soll man da alle fühlenden Wesen befreien können? Diese Argumentation ist logisch. Aber diese Logik ist jene eines begrenzten Geistes. Diese Logik entsteht aus dem System eines begrenzten Geistes heraus. Ja, entsprechend dieses begrenzten Systems ist diese Logik richtig. Aber wenn du ein Bodhisattva sein willst, musst du über diese Logik hinausgehen. Denn diese Logik ist begrenzt, weil sie einem begrenzten Geistessystem entstammt.

Du musst also darüber hinausgehen. Wenn du darüber hinausgehst, kannst du alles genießen. Dann liebst du es, alles zu tun, und dann hast du vor nichts Angst, es zu tun. Dann hast du vor gar nichts Angst, es zu tun. Das heißt, du hast dann keine Angst davor und keinen Zweifel daran, alle fühlenden Wesen zu befreien. Und dann liebst du es, das zu tun. Du genießt es dann, zahllose fühlende Wesen zu befreien. Verstehst du das? Dies ist das unschätzbare wahre Juwel. Wenn wir normalerweise über wertvolle Juwelen sprechen, meinen wir damit nicht wirklich kostbare Juwelen, sondern irgendwelche Steine. Ihr wisst schon, Steine, die rarer sind als andere Steine. Aber das wirklich, wirklich kostbare Juwel, das ultimative, das absolute kostbare Juwel ist genau dieser Geist. Und diesen Geist haben wir bereits. Es befindet sich nur vorübergehend etwas Schmutz auf der Außenseite dieses Juwels. Wir müssen diesen Schmutz nur entfernen. Wir müssen nur diese schlechten Gewohnheitsmuster ausmerzen. Aber das ist eigentlich nicht schwierig. Warum nicht? Weil du es willst. Wenn du es nicht willst, wenn du schon aufgibst bevor du begonnen hast, dann ist es wirklich schwierig. Nicht nur schwierig, sondern unmöglich. Aber du willst es, denn du hast die Buddha-Natur. Du hast die vollkommene Wahrheit. Du hast die Kriegernatur. Wir müssen diese nur – nicht entdecken – wir müssen diese nur enthüllen. Wir müssen nur unsere eigene Wahrheit verwirklichen.

Wenn du das tust, dann transformierst du diese Welt. Zuerst transformierst du deine eigene Welt. Die, in der du zu Hause in einem kleinen Zimmer festsitzt, selbst-isoliert, oder auch nicht vollständig selbst-isoliert sondern mit einigen Familienmitgliedern. Und in der du denkst, es sei langweilig und dass du draußen so viel wichtigere Dinge zu tun hättest. Aber genau das hat jede/r immer gedacht. Die Menschen haben so viele Tausende Jahre lang so gelebt, und sie haben nichts wirklich Wichtiges daraus gezogen. Genau jetzt ist also die Zeit, in der du dich auf die Reise begeben kannst, mit deinem Geist in Richtung Wahrheit, hin zur Buddha-Natur, zur absoluten Wahrheit. Bis jetzt sind wir nicht in der Wahrheit. Wir sind in einer Illusion. Genau jetzt ist also die Zeit, damit zu beginnen, die absolute Wahrheit zu erkunden. Wie wundervoll ist das! Denke daran.

Warum sage ich, dass Kalachakra so wichtig ist? Es stimmt, dass im Allgemeinen alle Dharmas über die Buddha-Natur und über das Transformieren sprechen. Aber wie man transformiert, wie man diese ganze Welt – die äußere, die innere und die erleuchtete Wirklichkeit – transformiert, wird nur im Kalachakra-Tantra so elegant dargestellt. Deswegen sage ich das. Nehmen wir zum Beispiel das Coronavirus. So viele Menschen haben so viele Ängste. So viel Angst und Furcht, sogar Depressionen. Sieh dir die ganze Welt zurzeit an, was die Menschen tun, wie sie reagieren.

Weißt du, eigentlich ist das nichts Ungewöhnliches. Wir sind jeden Tag mit Hunderttausenden von Ursachen, die zum Tod führen könnten, konfrontiert. Aber wir haben normalerweise nicht die Angewohnheit, das so zu sehen. Wir tun so, als würden wir nicht sterben, als gäbe es keine Bedingungen, die zum Tod führen könnten. Nur beim Coronavirus sehen wir das plötzlich so. Ich bestreite natürlich nicht, dass es auf dieser Welt das Coronavirus gibt. Ich bestreite nicht, dass viele Menschen daran sterben. Ich sage jedoch, dass dies nichts so Ungewöhnliches ist. Wir haben nur diesmal unseren Fokus darauf verschoben. Und das ist der Grund, warum uns das Coronavirus so große Angst macht.

Der Kalachakra-Weg, das Praktizieren des Kalachakra-Tantra, bedeutet, dass du das Ökosystem in ein Gleichgewicht bringst. Dass du deinen Körper, deine Gesundheit und deinen Geist in ein Gleichgewicht bringst. Gesunder Geist, gesunder Körper, gesunde Einstellung, gesunde Perspektive, gesunde Motivation – das ist die Kalachakra-Praxis. Wenn du das tust, dann transformierst du dadurch auch die äußere Welt und bringst sie in ein Gleichgewicht.

Man kann das Virus als zum äußeren oder zum inneren Bereich gehörend sehen. Es scheint einerseits zum Äußeren zu gehören, aber es kann wiederum auch nicht ohne den Körper eines Menschen leben. Das heißt also, es gehört auch zum Inneren. Aber es spielt keine Rolle. Die äußere Welt und die innere Welt sind auch nur vorübergehend verschieden. Sie sind auch nur leicht verschiedene Aspekte. Dieselbe Natur, ein anderer Aspekt.

So oder so. Das Virus ist nichts Böses. Es sind temporär unausgeglichene kleine Partikel. Wenn unser Geist also die richtige Einstellung hat, die richtige Perspektive, die richtige Motivation, dann führt das zu einem Gleichgewicht. Dies ist eine Million Mal besser als jede andere Lösung. Weißt du das? Und warum? Weil jede andere Lösung ein Symptom behandelt, und nicht die Krankheit. Aber wenn wir unseren Geist mit Liebe und Mitgefühl in ein Gleichgewicht bringen, dann behandeln wir die Krankheit, die Wurzel der Krankheit. Du kannst sehen, dass selbst wenn jemand sich einfach weniger Sorgen macht und der Körper daher ein besseres Immunsystem hat, die Krankheit ihn oder sie viel weniger leicht befällt. Und warum? Denn dann herrscht im Körper und im Geist der Person ein wenig Gleichgewicht. Es handelt sich hierbei zwar nur um ein begrenztes Gleichgewicht, aber dennoch hilft es.

Wenn wir aber im Gleichgewicht sind mit wahrer Liebe und wahrem Mitgefühl – mit jener Liebe und jenem Mitgefühl, die ich beschrieben habe, und nicht mit der üblichen, gewohnten eingeschränkten Vorstellung von Liebe und Mitgefühl – wenn wir also unseren Geist mit dieser wahren Liebe und diesem wahren Mitgefühl in ein Gleichgewicht bringen, und wir dann die richtige Einstellung und die richtige Perspektive haben, dann bringt dies das ganze Universum ins Gleichgewicht, nicht nur unseren Körper.

Vielleicht muss ich ein wenig erklären, was die richtige Perspektive ist, oder was Kalachakra mit richtiger Perspektive meint. Kalachakra geht über dieses Universum hinaus. Aber dieses Universum ist auch eine Erscheinung von Kalachakra. Erscheinung bedeutet, dass es nicht real ist. Aber es kann ohne Kalachakra nicht erscheinen. Das bedeutet, dass Kalachakra volle Kontrolle über diese Erscheinungen, über diese Welt, über dieses Universum hat. Dies müssen wir verstehen – diese richtige Sichtweise, diese richtige Perspektive. Was ist dann die richtige Einstellung? Die richtige Einstellung ist: Oh, dieses Virus ist nichts Böses. Dieses Virus hat Ursachen. Es ist nicht so, dass es etwas Schlechtes, etwas Getrenntes ist, das nichts mit dem Universum und nichts mit uns zu tun hat. 

Du akzeptierst, dass dieses Virus ein Aspekt unseres eigenen Universums, unseres eigenen Körpers ist. Wir brauchen nur ein Gleichgewicht. Wir dürfen nicht in Extreme gehen. Dieses Virus ist also ein vorübergehendes, kleines, winziges Ungleichgewicht. Aber dies ist nicht das einzige Ungleichgewicht. Wir haben Millionen andere Ungleichgewichte. Wir sollten diese zusammen behandeln, um ein Gleichgewicht zu schaffen. Und nicht den Fokus nur auf dieses Virus verlagern. 

Ich sage nicht, dass du nicht versuchen sollst, dich zu isolieren, dass du keine Maske tragen sollst, dass du deine Hände nicht waschen sollst. Das sage ich ganz und gar nicht. Dies sind offensichtliche Dinge, eine vorübergehende Lösung. Natürlich machen wir all das. Damit versucht man, einige Symptome zu vermeiden. Wenn wir aber wirklich die Wurzel der Krankheit behandeln möchten, dann müssen wir das Kalachakra-Tantra verstehen. Das ist die allerbeste Lösung.

Was ist die richtige Motivation? Richtige Motivation bedeutet, dass wir die ganze Welt in ein Gleichgewicht bringen wollen. Und nicht, dass wir uns gegenseitig die Schuld zuweisen. Ihr wisst schon, indem man sagt: “Jemand hat dieses Virus geschaffen, es ist jemandes Schuld.” So sollte man nicht agieren.

Wenn man traditionelle Begrifflichkeiten verwenden würde, würde man sagen: Sollte wirklich jemand absichtlich dieses Virus geschaffen haben, sollte wirklich jemand diese Menschheit zerstören wollen und deshalb dieses Virus geschaffen haben, dann werden diese Kräfte ohnehin von den Shambhala-Kriegern und -Kriegerinnen zerstört werden. Die Kriegernatur unseres Geistes – die wahre Liebe und das wahre Mitgefühl – werden sie ohnehin zerstören. 

Warum? Denn sie sind nicht sehr stark, die Extremisten. Buddha hat das im Kalachakra-Tantra schon gesagt, wobei damals nicht der Begriff „Extremisten“ verwendet wurde. Wisst ihr, das war damals eine Art des Erklärens, die auf die Leute von damals ausgerichtet war. Die Begrifflichkeiten waren ganz andere. Die Leute waren sehr ungebildet. Sie waren Bewohner von Dörfern, die sich gegenseitig bekämpft, sich gegenseitig eingenommen und sich gegenseitig umgebracht haben. Zu der damaligen Zeit und für Leute mit dieser engen Geistesausrichtung gab Buddha seine Erklärungen. Aber wenn jetzt im 21. Jahrhundert immer noch dieselben Begrifflichkeiten und Erklärungen verwendet werden, dann ist das nicht richtig. Dann wird das wahrscheinlich falsch interpretiert. Das ist der Grund, warum ich in meinem Shambhala-Buch alles auf bessere Weise erkläre.

Ich erkläre das hier kurz. Also, alles Unausgeglichene werden die Shambhala-Krieger/innen – wir würden nicht mehr sagen zerstören – sondern wir würden sagen, dass sie alles Unausgeglichene in ein Gleichgewicht bringen werden. In jenen alten Zeiten sprach man von „zerstören“, man sprach über „die Shambhala-Armee“ und darüber, dass „die Shambhala-Soldaten dieses und jenes zerstören werden“. Dadurch kann es heutzutage aber missverstanden und falsch interpretiert werden. 

Die wahre Bedeutung ist, dass alles Unausgeglichene in ein Gleichgewicht gebracht wird. Wenn also jemand dieses Coronavirus mit der Absicht geschaffen hätte, die Menschheit zu zerstören, dann wird beides – der Geist, der so denkt, und das Coronavirus selbst – wieder in ein Gleichgewicht gebracht. Sie sind in einem Ungleichgewicht und werden deswegen durch die Kalachakra-Tantra-Praxis wieder in ein Gleichgewicht gebracht.

Wir müssen vielleicht nicht viele Jahre lang warten. Wenn diese Ungleichgewichte auftreten, führt dies dazu, dass Shambhala sich manifestiert, denn Shambhala ist das Gegenmittel zu Ungleichgewicht. Mache dir also keine Sorgen! Auch diese Krankheit ist nur vorübergehend. Wir müssen nur unsere eigenen Bedingungen schaffen für den richtigen Weg, für die richtige Perspektive, für die richtige Einstellung, für die richtige Motivation; und unsere schlechten Gewohnheitsmuster nicht weiter einüben.

Nutze diese Gelegenheit, um selbst ein/e Krieger/in zu werden, um ein Bodhisattva zu werden. Nutze diese Gelegenheit, um nach innen zu schauen und den eigenen Geist als erstes in ein Gleichgewicht zu bringen. Denn das bedeutet, dass du die ganze Welt – das ganze Universum – in ein Gleichgewicht bringst. Und das bedeutet, dass du wirklich die Krankheit des Virus behandelst, und zwar nicht nur vorübergehend.

Selbst wenn wir es schaffen, einen Impfstoff herzustellen, dann ist dies immer noch eine vorübergehende Lösung. Aber wenn wir einen echten Impfstoff für unseren Geist finden – ihr wisst schon, so dass unser Geist ein Kriegergeist der wahren Liebe und des wahren Mitgefühls wird – dann ist das ein Impfstoff für immer, für das gesamte Universum, nicht nur für Einzelpersonen. Deswegen frage ich jede/n: „Verstehst du das? Kannst du das für mich tun? Kannst du das für unser Universum tun? Kannst du das für die Shambhala-Dharma-Könige und -Weisen tun? Kannst du das für Buddha Shakyamuni tun?“

Ich bin mir sicher, dass du das kannst. Wir alle können das. Warum? Weil wir alle dieselbe Natur haben, die Buddha-Natur. Dieselbe Natur wie der Dharma-König Suchandra, und der Dharma-König Pundarika, dieselbe Natur wie Manjushri Yashas, ​​Kalki Aja. Wir haben dieselbe Natur wie sie alle. Wir alle haben letztendlich die Buddha-Natur.

Nur vorübergehend sind wir ein wenig auf einer anderen Ebene. Aber wir haben dieselbe Natur. Vergiss das nicht! Und nutze diese großartige Gelegenheit, um zu studieren. Studiere, sodass du verstehst, was Kalachakra bedeutet. Was Shambhala bedeutet. Und dann meditiere darauf. Und darauf, was wahre Liebe ist. Und was wahres Mitgefühl ist. Liebe und Mitgefühl sind die Essenz von Kalachakra. Ultimatives Mitgefühl wird von der Gottheit Kalachakra und ultimative Liebe von der Gottheit Vishvamata symbolisiert. Diese beiden Gottheiten in Vereinigung symbolisieren die Untrennbarkeit von ultimativer Liebe und ultimativem Mitgefühl. Die Methode, die verwendet wird, um diese Welt zu transformieren, ist jene, dass man erkennt, dass alles die Vereinigung dieser zwei Aspekte – des männlichen und des weiblichen Aspekts – ist. Aus der Natur der großen Glückseligkeit (welche das Erleben dieser Vereinigung ist) manifestiert sich das ganze Universum.  

Deshalb ist das ganze Universum rein, absolut rein. Es gibt also keinen Platz für ein Virus. Es gibt keinen Platz für irgendwelche Verunreinigungen, irgendwelche Schwächen. Das Kalachakra Yab-Yum, die Vereinigung der Gottheiten, ist in uns selbst. Im Äußeren kann das Weibliche oder das Männliche nicht allein bestehen. Das Weibliche kann ohne das Männliche nichts gebären. Und im Inneren ist es dasselbe. Wir müssen diese Natur verstehen. Wenn du diese Natur verstehst, beginnst du, Tantrayana zu verstehen. Wenn du anfängst, Tantrayana zu verstehen, dann beginnst du, die ganze Welt zu transformieren. Also bitte folge dem Tantrayana-Pfad, der letztendlich zur Kalachakra-Vereinigung der ultimativen Liebe und des ultimativen Mitgefühls führt.

HUNG VAJRA SAMANTA SOHA

© Copyright 2017 Shar Khentrul Jamphel Lodrö